Rezension Iloy - Denn er ist anders von Rea Sturm

Iloy - Denn er ist anders

Ein Dank an den Verlag. Mit diesem Buch habe ich an einer LovelyBooks-Leserunde teilgenommen.








Autor: Rea Sturm
Seiten: 254
Einband: Paperback
ISBN: 978-3943739466
Erschienen: 21.09.2014
Preis (D): 9,99€







Klappentext:

Iloy ist anders. Denn er ist ein Mischling – halb Mensch, halb Ink, nicht Mann, nicht Frau. Dessen wird er sich schmerzlich bewusst, Tag für Tag aufs Neue. Auf Aborra, der landwirtschaftlich geprägten Kolonialwelt, wird seine Anwesenheit lediglich geduldet. Die Mitschüler meiden ihn, während die meisten Lehrer zumindest versuchen, ihn ihre Abneigung nicht allzu deutlich spüren zu lassen. Aber alle wissen: Iloy gehört nicht dazu.

Da begegnet er Laith, die neu auf die Schule und in seine Klasse kommt. Iloy verliebt sich in sie und sie scheint sich ebenfalls für ihn zu interessieren. Doch damit vervielfachen sich seine Probleme nur noch. Denn sie ist die Tochter eines Hohen Hauses der Zentralwelt und wurde von ihrem Vater nach Aborra verbannt. Und darüber hinaus hat sich auch ausgerechnet Erren, der Sohn des Administrator Aborras, in sie verliebt, Iloys größter Feind.

Verzweifelt versucht Iloy mit dieser so offensichtlich unmöglichen Liebe umzugehen, seinen Platz in der aborranischen Gesellschaft zu finden und das Geheimnis seiner Herkunft zu ergründen ...


Cover:

Das Cover passt zum Klappentext und zur Geschichte. Dies wird einem besonders klar, wenn man das Buch gelesen hat. Unter anderem kann man die z.B. die 2 Planeten besser deuten.


Inhalt:

" Iloy, es hat einen Grund, warum deine Mutter dich so gemacht hat, wie du bist!" (Seite 21)


Doch das sieht wohl nur Beni, Iloy`s Vater so.
Iloy ist ein Mischling, halb Mensch, halb Ink. Der Einzige seiner Spezies. 
Deswegen wird er auf dem Planeten Aborra zum Außenseiter und von seinen Mitmenschen und der Gesellschaft gemoppt. Alle geben ihm zu verstehen, dass er nicht dazugehört. Besonders von seinen Mitschülern bekommt er das zu spüren. Des Öfteren lauern sie ihm auf und geben ihm zu verstehen wie unwillkommen er auf Aborra ist. 
Leider helfen ihm auch seine bewundernswerten Fähigkeiten nicht weiter.
Dabei möchte er doch nichts anderes als anerkannt werden und den Menschen helfen.
Einzig sein Vater steht voll hinter ihm. Doch dieser hat ein schwerwiegendes Geheimnis zu wahren. 
Dann kommt Laith in seine Klasse und Iloy ist das erste Mal verliebt. 
Damit werden seine Probleme allerdings nicht weniger und dann ist da ja auch noch die Vergangenheit seines Vaters, der Iloy auf den Grund gehen möchte.
Die Geschichte um Iloy, der langsam erwachsen wird und seinen Platz in der Gesellschaft sucht nimmt nun seinen Lauf. 


Meine Meinung:

Das Buch Iloy behandelt grundlegend das Thema Mobbing. Auch wenn dieses im Laufe der Geschichte etwas in den Hintergrund rutscht, ist es dennoch immer präsent. Beginnend mit dem Mobbing in der Schule, breitet sich dieses auch in der Gesellschaft aus. Die Autorin verdeutlicht gekonnt, wie schwierig es ist anders zu sein oder anders auszusehen oder einfach nicht der Norm zu entsprechen. Das Mobbing auch aufgrund von Eifersucht oder Neid betrieben werden kann, wird hier ebenfalls dargestellt. Aber auch was Freundschaft bedeutet und ausmacht findet sich an der einen oder anderen Stelle wieder.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und es kommen kaum unnötige Wort-oder Satzwiederholungen vor.
Sie beschreibt detailliert, aber nicht zu ausführlich die Umwelt und Gefühle der Charaktere.
Ich konnte mir so vieles bildlich im Kopf vorstellen, was für mich bei einer doch komplexen Geschichte wichtig ist.
Das Buch an sich hat relativ lange Kapitel. Insgesamt nur 8 auf 254 Seiten.
Die Kapitel werden aber immer wieder unterteilt, indem ein Perspektivenwechsel stattfindet. So liest man im einen Moment was mit Iloy geschieht und im Nächsten, was sein Erzfeind Erren gerade zur selben Zeit plant.
Häufig habe ich mir in einem Kapitel Fragen gestellt und musste dann feststellen, dass diese prompt im nächsten beantwortet wurden.

Die Grundidee des Buches hat mir sehr gefallen. Auch die Umsetzung war für mich etwas komplett Neues. Ein so wichtiges Thema wie Mobbing in eine gute Sci-Fi-Geschichte zu verpacken, macht auf jeden Fall neugierig.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Aufgrund der Sci-Fi-Anteile im Buch konnte sich eine Spannende Geschichte aufbauen, die mich zunehmend gefesselt hat.
Das Buch bietet allerdings keinerlei Lösungsansätze zum Thema Mobbing.
Die Autorin schildert eher wie aus pubertierender Stichelei, ernstzunehmende Handgreiflichkeiten werden. 

Der Hauptcharakter Iloy wird im Buch langsam erwachsen und man erlebt mit, wie sich das Mobbing und seine Gefühle und Verhalten dazu mit dem Älterwerden verändern. 
Iloy war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich habe ihn als total reif für sein Alter empfunden. Hut ab auch für seine Selbstbeherrschung. Wie er die Sticheleien der anderen hinnimmt konnte ich so manches mal nicht mitansehen.
Man fühlt richtig, wie ungerecht und unfair das Verhalten der anderen ist. 
Ich habe beim Lesen für ihn gelitten, wenn er versucht hat, sich nicht kleinkriegen zu lassen.
Iloy`s Fähigkeiten haben mich total begeistert. Leider helfen sie ihm nicht wirklich weiter und sein Erzfeind findet ihn deswegen sogar noch abschreckender.
Das Iloy sich verliebt gehört zur Pubertät ja irgendwie dazu. 
Leider hat sich an diesem Punkt der Schwerpunkt des Buches etwas verlagert. Das Hauptthema Mobbing tritt in den Hintergrund und die Sci-Fi- Geschichte wird Mittelpunkt.
Wobei das für mich nicht so schlimm war, da ich die Geschichte generell sehr spannend fand.

Auch die anderen Charaktere haben mir gefallen. Einige mehr, andere weniger, aber das gehört sich ja auch so.
Die Autorin hat sie gut ausgearbeitet und manche Charaktere (so wie Laith) waren am Anfang nicht direkt zu durchschauen.

Alles in allem kann ich sagen, dass das Thema Mobbing klar erkennbar war und  sich gut mit der Geschichte vereint hat. Die Sci-Fi-Geschichte war für mich interessant und spannend und bietet sogar noch Potential für eine Fortsetzung.
Das Ende war nicht ganz so rund und an manchen Stellen nicht komplett nachvollziehbar wenn man die Anfeindungen im Laufe der Geschichte betrachtet.


Fazit:

Ein tolles Buch, das ein schwieriges Thema unser heutigen Gesellschaft aufgreift und auf besondere Art und Weise verarbeitet.



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