[Rezension] Tage mit Leuchtkäfern - Zoe Hagen




Autor: Zoe Hagen
Seiten: 192
Einband: Klappbroschur
Erschienen am: 14.03.2016
ISBN: 978-3-548-28694-5
Preis (D): 13,00€
Verlag: Ullstein










Inhalt:



Das Leben wäre so leicht, wenn es nicht so schwer wäre


»Das Leben ist ein Privileg«, sagte ich. »Das Leben ist ein Privileg?«, fragte Noah erstaunt. »Ja«, sagte ich. Noah zog die Luft ein, ein Lächeln umspielte seine Lippen. Er drehte sich zu Fred und den anderen um und fragte: »Wo zum Henker hast du denn den kleinen Gandhi hier her?«
Du bist einsam und unglücklich, dein Leben wie ein falscher Film, der an dir vorbeiläuft. Bis du neue Freunde triffst. Gut, die sind alle ein bisschen verrückt, sie nennen sich »Der Club der verhinderten Selbstmörder«. Aber sie geben dir Halt und sind wie Leuchtkäfer in deiner bodenlosen Traurigkeit. Denn du hast nur das eine Leben.


Quelle: Ullstein


Cover:

Also das Cover ist meiner Meinung nach der Wahnsinn. Mir gefällt es farblich sehr gut und auch die recht schlichte Art finde ich ansprechend.



Meine Meinung:

Ich muss ehrlich sagen, dass das Cover und der Klappentext das Buch deutlich leichter erscheinen lassen, als es nachher wirklich ist. Erhofft hatte ich mir ein Buch über junge Erwachsene, die ihre Probleme zusammen in den Griff bekommen und wieder anfangen ihr Leben zu genießen. 
Erwartet hat mich eine geballte Ladung Emotionen und viel Tiefgang.
Die erhofften fröhlichen Szenen blieben aus. Einiges war leider auch erst nicht nachvollziehbar, da einfach die Informationen und Hintergründe fehlten.

Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben. Die Protagonisten schreibt dabei an Gott, obwohl sie eigentlich gar nicht an ihn glaubt. Eher sieht sie diesen Gott, an den sie schreibt als einen Kraftspender an. 

Lange weis man nicht wie die Protagonisten heißt, wie alt sie ist und vor allem, was ihr widerfahren ist. Einerseits macht das den Schreibstil zu etwas besonderem. Andererseits hat es mich auf Dauer doch ein wenig gewurmt. 
Ihr neue Freunde nennen die Protagonistin Gandhi. Die Gefühle und Emotionen von Gandhi sind intensiv, realistisch und teils bedrückend beschrieben. Leider konnte ich nicht immer alle Gedanken und Empfindungen Gandhis (Einsamkeit, Schmerz, Hass) nachvollziehen. Denn vieles war einfach undurchsichtig und Tatsachen die mich als Leser brennend interessiert haben, wurden nur angedeutet.
Schade war auch, dass sich so viele Hintergründe innerhalb des kurzen Buches gar nicht aufgeklärt haben. Zwar hat dies dem Buch ein wenig Spannung eingehaucht, es aber aufgrund mangelnder Aufklärung auch ein wenig in die Länge gezogen.

Über Gandhis neue Freunde erfahren wir als Leser sehr wenig. Gelegentlich kommen sie in ein paar Dialogen die sie in ihr Tagebuch schreibt oder in kleineren Erzählungen vor. Ansonsten bleiben sie eher im Hintergrund und ihre Vergangenheit unaufgeklärt.
An sich war dies aber auch nicht so schlimm. Es passte zum Stil des Buches, denn Hauptperson ist definitiv Gandhi und Schwerpunkt des Buches ihre Gedanken und Gefühle.

Generell schneidet das Buch mehrere zentrale Themen an. Dabei handelt es sich um Magersucht, Bulimie, Suizid und Depressionen. Dargestellt werden diese Themen durch Gandhi und ihre neue Freunde. Dem Club der verhinderten Selbstmörder. Auch wenn die Autorin doch recht flüssig und scheinbar leicht  über diese Themen schreibt, war es für mich etwas harte Kost und nicht so eine einfach Lektüre für zwischendurch, wie ich gehofft hatte.

"Also was ich sagen wollte, ich glaube, wir sind alle Würmer. Aber dann kommt der Moment, in dem wir zu leuchten beginnen, vielleichten haben wir es auch schon die ganze Zeit gemacht, und es war einfach zu hell, um es zu erkennen." S. 35

Die Autorin hat ein gewisses Talent, das steht außer Frage. Das Buch ist ausdrucksstark und emotional. 
Leider konnte mich der Schreibstil nicht ganz überzeugen. Ich hätte mir mehr Aufklärung gewünscht.
Ich denke aber, dass dieses Buch einige Leser besonders wegen des Schreibstils überzeugen wird. 



Bewertung:

Ein komplett anderes Buch, als ich erwartet habe. Dennoch war es interessant. Die schwierige und tiefgängige Thematik muss ich aber erst einmal sacken lassen. 




Kommentare:

  1. Guten Morgen!
    Gut, dass ich deine Rezi gelesen habe. Hatte nämlich schon in das Buch reingeschaut und als ich am Anfang diese "Lieber Gott"-Sätze gefunden habe, habe ich es wieder weg gelegt. Aber da du nun sagst, dass es nicht wirklich um Gott und Glaube per se geht, werde ich es wohl nochmal anschauen gehen. Und das Cover find ich wirklich zauberhaft!
    Liebe Grüsse
    Katy

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  2. Hallöchen liebe Sara,
    ich fand das Buch wirklich gut, auch wenn ich mich erstmal reinfinden musste, dass sie an Gott schreibt. Das war für mich irgendwie befremdlich und nicht so richtig einzuordnen. Aber ich habe es gerne gelesen und ich mochte die Clique und der Plotttwist war so "WHAT?" .. aber viel zu dünn. Ich hätte gerne mehr von ihr gelesen.

    Liebst, Lotta

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