[Rezension] Lost in strange eyes - Johanna Danninger





Autor: Johanna Danninger
Seiten: 540
Einband: eBook
Erschienen am: 30.12.2016
ISBN: 978-3-646-30017-8
Preis (D): 4,99€
Verlag: Dark Diamonds









Inhalt:



**Wenn deine Liebe das Schicksal der Welt bestimmt...**

Die 19-jährige Meyruka wurde ihr ganzes Leben auf einen möglichen Krieg vorbereitet. Niemand ist so kampferprobt, willensstark und unbeugsam wie sie. Als die feindlichen Mächte schließlich ihre Welt übernehmen, ist sie bereit. Zusammen mit den besten Kämpfern baut die junge Rebellin eine Untergrundorganisation auf, die nur ein Ziel verfolgt: ihre Heimat zurückzuerobern. Doch dann kommt alles anders. Meyruka gerät in die Fänge ihrer Feinde – und trifft auf Captain Syn Leroi, den kytharischen Offizier mit den bernsteinfarbenen Augen…

Quelle: Carlsen


Cover:

Ich persönlich finde dieses eBook-Cover wunderschön. Meiner Meinung nach spiegelt es perfekt die Erscheinung der Protagonistin Mey wieder.


Meine Meinung:

Die Erstausgabe dieses Buches ist 2015 bei Impress unter dem Titel Meyruka. Die goldenen Kriegerin erschienen.
Nachdem ich dieses Buch nun beendet habe muss ich sagen, dass ich diesen Titel viel passender für den Inhalt des eBooks finde.

Inhaltlich geht es nämlich um Meyruka, kurz Mey gennant, die eine Rebellenanführerin ist und unter den Sklaven und Rebellenanhängern immer nur voller Ehrfurcht "Die goldenen Kriegerin" gennant wird.
Sie kämpft für ihre Rasse, die Menschen, und möchte mit ihren Anhängern die Erde für sich zurückgewinnen.
Nach einer Invasion von Kytharern sind nämlich die Menschen die sich nicht retten konnten zu deren Sklaven geworden. Von da an besiedeln die Kytharer unter Leitung des obersten Senators die Erde ohne Hinterfragen und wollen sie ohne Rücksicht auf menschliche Verluste als neuen Heimatplaneten nutzen. 
Doch nicht alle Kytharer sind gleich. So fängt Captain Syn Leroi an den Sinn der Invasion zu hinterfragen und kommt dabei immer wieder mit seiner vermeintlichen Feindin Mey in Kontakt.  


Der Einstieg in die Gesichte ist mir wirklich leicht gefallen, obwohl die Autorin hier mit einem wirklich komplexen und verstrickten Szenario daher kommt.  Auch mit den außerirdischen Begriffe bin ich erstaunlich schnell zurecht gekommen. Ganz zum Schluss habe ich dann erst das Glossar am Ende des eBooks bemerkt, muss aber sagen, dass der Handlungsverlauf und die einzelnen Begriffe auch so durchaus verständlich sind. 
Der Verlauf der Gesichte war durchweg spannend und glücklicherweise nicht immer vorhersehbar. 
Abwechselnd wird die Story aus Sicht von Mey und Syn erzählt, wobei auch einige wenige Szenen aus Sicht des Senators berichtet werden.
Als Leser stolpert man also quasi mitten in die Tätigkeiten der Rebellen hinein, die alles daran setzen, ihre Heimat nach der Invasion von Außerirdischen wieder zurückzugewinnen. 
Ich bin ziemlich begeistert von dem Erzähltempo, das die Autorin an den Tag gelegt hat und auch die Darstellung der Mission der Rebellen empfinde ich äußerst gelungen. Vor allem wenn man davon ausgeht, dass es jede Menge Bücher mit der gleichen Thematik gibt, bin ich doch hier von der Umsetzung sehr angetan.
Alles ist sehr durchdacht, sodass man nicht mit überaus gewalttätigen Kampfszenen abgespeist wird, sondern wirklich mit Hintergrundwissen zu den Kytharern und den Menschen versorgt wird. Dieser Punkt hat mir im Nachhinein sehr zugesagt, auch wenn sich das Buch dadurch manchmal ein kleines bisschen in die Länge gezogen hat. Dafür bleibe ich aber hier, im Gegensatz zu anderen Büchern, nicht mit tausenden, offenen Fragen zurück und fühle mich wirklich einmal richtig über die Hintergründe für verschiedenste Handlungen aufgeklärt.
Meys Mission ist dann doch etwas komplexer und wird auf jeden Fall umso spannender als Syn auf der Bildfläche erscheint und immer weiter in die Gesichte verstrickt wird.

Mey als Charakter hat mir sehr gut gefallen. Der Anführerstatus ist wirklich anzumerken und besonders überzeugen konnte sie mich mit ihrem taktischen Denken und ihrer Kampferfahrung. Mey wirkt keineswegs eitel oder überaus weiblich. Dafür ist im Krieg auch gar kein Platz, wodurch ihre charakterliche Darstellung umso authentischer wirkt.

Syn ist mein absoluter Lieblingscharakter aus diesem Buch. Schon in den ersten Kapiteln konnte ich ihm anmerken, dass er anders und dadurch irgendwie besonders ist. Gepackt hat die Autorin mich mit der Darstellung von Syns Entwicklung. Immer schon hat er sich viele Gedanken gemacht. Ihn aber dabei zu begleiten, wie er sich für etwas einsetzt, Freunde findet und lernt Gefühle zu empfinden, war einfach fesselnd und total emotional.

Die Beziehung zwischen Mey und Syn entwickelt sich langsam, aber intensiv. Aufgrund des Kriegshintergrundes ist diese Verbundenheit weniger kitschig und verliebt dargestellt als in anderen Bücher, kommt aber doch zu jeder Zeit echt und vollkommen real rüber.
Ich selber habe mit beiden gelitten und vor allem auf ein tolles Ende hingefiebert.

Die Palette an Nebencharakteren erscheint zumindest am Anfang schier endlos und ein wenig unübersichtlich, bis sich eine feste Gruppe herauskristallisiert.
Die Verbündeten um Mey haben mir alle gut gefallen, da es ingesamt eine bunte Mischung  und somit jede erdenkliche Charaktereigenschaft vertreten war. Besonders angetan hat es mir allerdings Brian, der meiner Meinung nach als einziger in die verkrampfte Kriegssituation ein wenig Entspannung und auch Freude gebracht hat. Von seiner unbefangenen, begeisterungsfähigen und fröhlichen Art habe ich mich direkt anstecken lassen.

Die Idee der Geschichte hat mir sehr gefallen, denn grundlegend ist ein Kampf zweier Gesellschaften ums Überleben gar nicht so abwegig. Stellenweise wirkte alles sogar wirklich realistisch, was doch ein klein wenig erschreckend war. 
Vielleicht liegt das aber auch am Setting. Denn die Geschichte spielt in einer zukünftigen Version unserer Erde. 
Die Umsetzung der Idee ist meiner Meinung nach wirklich gut gelungen, auch wenn mir manche Abläufe doch zu reibungslos und ohne Verluste geklappt haben.
Dafür kann ich mich besonders mit dem Ende anfreunden, das keinen fiesen Cliffhanger beinhaltet und daher die Story rund und gänzlich abschließt.


Bewertung:

Eine interessante Thematik, die wirklich gut umgesetzt wurde und mich von der ersten bis zur letzten Seiten fesseln konnte.


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